Die Superreichen

Die Superreichen sind sehr verschlossen. Man kann diese Zielgruppe nicht überall treffen und manchmal schoten sie sich auch ab.

Ein Multimillionär, Dr. Dr. Rainer Zitelmann, hat in seiner zweiten Promotion genau diese Menschen befragt und die Antworten ausgewertet. In seinem Buch (besagte Promotion), Psychologie der Superreichen, veröffentlicht er sämtliche Erkenntnisse und auch Auszüge aus den Interviews. Natürlich anonym aber sehr, sehr interessant!

Wer sind „Die Superreichen“?

Die Superreichen sind die Interview-Partner. Hauptsächlich Unternehmer, die Ihr Vermögen selbst aufgebaut haben oder das geerbte Vermögen signifikant vergrößert haben. Alle mindestens Multimillionäre im mindestens zweistelligem Bereich.

Fast alle kommen aus der Mittelschicht und 60% der Befragten kamen aus einem Elternhaus, in dem Selbständigkeit und oder Unternehmertum vorherrschend war.

Natürlich gibt es auch andere Superreiche wie beispielsweise DAX-Vorstände oder Vorstände von anderen Unternehmen. Zitelmann wollte aber ganz bewusst eine Trennung schaffen. Besagte Vorstände haben einen anderen Hintergrund, schulisch, universitär und auch das Elternhaus ist meist aus dem Großbürgertum. Habitus war hier weit wichtiger als bei den Unternehmern. Also grundverschiedene Typen von Menschen.

Zitelmann stellte fest, dass es anscheinend überhaupt keinen Zusammenhang zwischen schulischen und universitären Leistungen gab. Allerdings waren alle Leistungssportler und haben sehr früh angefangen ihr eigenes Geld zu verdienen. Schon erstaunlich! Aber ich will auch nicht zuviel verraten. Schließlich sollst Du Dir deine eigene Meinung bilden! 🙂

Motive

Die Motive waren wie erwartet sehr vielfältig. Von finanzieller Freiheit bis hin zu „sich schöne Sachen leisten zu können“ oder ungewöhnliches zu erleben. Für alle war aber Sicherheit ein wichtiger Faktor, obwohl viele in jüngeren Jahren sehr risikobereit waren und ihr Vermögen konzentriert haben (in ihrem eigenen Unternehmen).

Besonders wichtig war jedoch, dass alle ihre Ziele schriftlich fixierten. Hauptsächlich die Firmenzielen und nicht die privaten Zielen. Hier sieht man aber wie wichtig eine schriftlich Ausarbeitung angesehen ist. Selbst die Superreichen tun es!

Sieg & Niederlage

Viele der Superreichen waren Leistungssportler. Die Befragten gaben selbst an, dass die Leistungsorientierung, der Sieg aber auch die Niederlage sie geprägt haben. Nach einer Niederlage wieder aufzustehen, weiter zu machen und erfolgreich zu sein, wurde als besonders wichtig erachtet. Durchhalte- und Durchsetzungsvermögen gepaart mit einer hohen Frustrationstoleranz sein die entscheiden Fähigkeiten gewesen.

In vielen Krisen sei dieses extrem hilfreich gewesen!

Mindset

Rainer Zitelmann untersuchte auch die Konfliktfähigkeit und die Verträglichkeit. Das Ergebnis war nicht außergewöhnlich. Wenn man weiter schaut zu Steve Jobs, Bill Gates und Elon Musk wird schnell klar das es sich um Aussenseiter und Rebellen handelt. Fast alle ausgestattet mit einer gehörigen Portion Selbstbewusstsein und mit dem Problem, Autoritäten zu akzeptieren. Die sogenannten Misfits.

Aber so außergewöhnlich uns das erscheinen mag, umso deutlicher ist es, dass genau diese Personen die Welt verändern wollten und es getan haben.

Wer hätte es schon vor 5 Jahren für möglich gehalten, dass ein amerikanisches Auto, mit Batterien betrieben, auf deutschen Strassen fährt?

Entscheidungsfindung – Bauch versus Kopf

Mehr als die Hälfte gaben an, dass der Bauch wesentlich wichtiger sei. Natürlich müssen die Zahlen stimmen, die Analysen korrekt und genau sein aber letztendlich ist das Bauchgefühl das Zünglein an der Waage.

Fähigkeiten

Die Superreichen wurden nach den wichtigsten Fähigkeiten gefragt und dabei wurde zwar auch Disziplin sowie Fleiß genannt aber zwei Fähigkeiten stachen besonders hervor. Verkäuferische Fähigkeiten und Empathie.

Dazu wurde erklärt, dass die Befragten meinten, sich immer und überall zu verkaufen. Also ganz nach der Devise von Dirk Kreuter. Sollte es tatsächlich so sein wie von Alex Fischer beschrieben? Das der Fisch das Wasser in dem er schwimmt am wenigsten wahrnimmt?

Alex Fischer meinte damit, dass wenn man Unternehmer fragt, was die wichtigsten Fähigkeiten sind, die wesentlichen nicht genannt werden, weil sie selbstverständlich geworden sind.

Neben den Fähigkeiten wie Verkaufen und Empathie empfinden, wurde jedoch herausgefunden das der erwähnte Optimismus und das implizite Lernen, besonders wichtig gewesen sei auf dem Weg zur finanziellen Unabhängigkeit.

Gegen den Strom aber richtig!

Den Fluss bergauf schwimmen oder gerade in der Winterzeit, die Piste hochlaufen. Es gibt wahrscheinlich nichts anstrengenderes als gegen den Strom zu schwimmen!

Es gab hier zwei Gruppen in der Befragung. Die einen, die aussagten, „Jetzt erst recht!“, nachdem sie gemerkt haben, dass es eventuell schwer werden würde und diejenigen, die aus Überzeugung handelten. Beide Gruppen hatten nicht unerhebliche Probleme zu bewältigen. Gespräche mit Investoren, schwierigen Kunden oder Mitarbeitern. Viele der Befragten gaben an, dass sie aber trotzdem ruhig schlafen können.

Leider weiß ich nicht mehr wer es gesagt hat und ich bekomme das Zitat auch nicht mehr zu 100% hin. Es war aber sinngemäß: „Wenn Du genug Gegenwind bekommst, dann weißt Du, dass Du auf dem richtigen Weg bist!“

Selbstverantwortlichkeit

Ich lese in diesem Buch immer und immer wieder das Prinzip der Selbstverantwortlichkeit. Für Erfolge aber auch für Niederlagen. Diese Eigenschaft scheint bei allen Befragten sehr ausgeprägt zu sein. Selbst für Krisen und die daraus resultierenden Folgen, übernehmen die Superreichen die Verantwortung. „Ich hätten es ja früher sehen können!“

Wofür übernehme ich täglich die Selbstverantwortlichkeit? Interessante Frage, oder?

Fazit

Insgesamt ein sehr interessantes Buch, aus dem Du einiges mitnehmen kannst auf Deinem Weg. Viele wichtige Einstellungen werden besprochen und der Einblick in die Original-Interviews ist meiner Meinung nach sehr interessant.