Kreative Denktechniken für frische Ideen

Kreative Denktechniken für frische Ideen oder „So kreativ bin ich halt mal nicht!“ Eine Aussage, die wohl die meisten Menschen auch auf sich selbst beziehen würden. Allgemein wird angenommen, dass Kreativität eng mit dem Beruf zusammenhängt. Darum werden kreative Leistungen oft nur in entsprechenden Sparten erwartet, beispielsweise bei Mitarbeitern von Werbeagenturen, bei Grafikern und natürlich in der bildenden Kunst. Doch die gewohnten Denkmuster können verändert werden. Kreativität ist nämlich erlernbar und in jedem Beruf notwendig.

Kreativität erfordert ungewöhnliche Mittel

Kreativ zu sein ist eine durchaus praktische Denkfähigkeit und sie kann erlernt werden. Wer es möchte, kann auch kreativ werden. Kreatives Denken kann mit einem sportlichen Wettbewerb verglichen werden, indem auch ungewöhnliche Mittel erlaubt sind. An den Start zum 1000-Meter-Lauf gehen immer Sportler, die unterschiedlich leistungsfähig sind, sonst wäre es kein Wettbewerb. In der Regel können die Läufer ihr jeweiliges Potenzial einschätzen und sie kennen normalerweise auch die Form der Gegner. Sie wissen meist schon im Voraus, dass unter den antretenden Konkurrenten welche dabei sind, die einfach besser beziehungsweise schneller sind.

Die schwächeren Läufer können nun hoffen, dass die Top-Athleten ein Formtief haben oder vielleicht gerade eine kleine Erkältung auskurieren. Oder die schwächeren Läufer schnallen sich ein paar Rollerblades an die Füße und machen so die Leistungsdifferenz wieder wett. Wie gesagt, ungewöhnliche Mittel sind erlaubt.
Auf die Kreativität umgemünzt bedeutet dies einfach, dass manche Menschen ihr kreatives Potenzial von sich aus nutzen können, andere dies erst lernen müssen.

Um dies zu realisieren und aus dem eigenen kreativen Potenzial wirklich nutzen zu ziehen, lohnt sich der Einsatz von Kreativitätsmethoden, mit deren Hilfe eingefahrene Wege verlassen werden können. Sie sind die Rollerblades für neue Ideen und andere Sichtweisen.

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Techniken, um Kreativität zu lernen

In den letzten 6 Jahrzehnten entwickelten Kreativitätsforscher unterschiedliche Techniken, um das geistige Potenzial von Menschen in unterschiedlichen Positionen besser ausschöpfen zu können. So etwa der Mitbegründer der Werbeagentur BBDO, Alex Osborn. Er setzte schon in den 1950er-Jahren das allseits bekannte Brainstorming ein, um bei Besprechungen mit dem Team bessere Resultate zu erzielen.

Etwa 20 Jahre später war es vor allem Edward de Bono, ein englischer Mediziner und Kognitionswissenschaftler, der verschiedene weitere Kreativitätstechniken entwickelte. Seine Methoden basieren auf dem von ihm eingeführten Begriff des lateralen Denkens, das oft auch einfach als Querdenken bezeichnet wird. Ebenso sehr erfolgreich auf diesem Gebiet war de Bonos Landsmann Tony Buzan, der ungefähr im gleichen Zeitraum die Mindmap Methode erfand.

Das laterale Denken, Brainstorming oder Mindmapping sind aber nur drei von mehreren, teilweise wesentlich effektiveren Methoden, um neue Ideen hervorzubringen. Der Bekanntheitsgrad dieser Kreativitätstechniken ist jedoch teilweise sehr gering. Das hat nichts damit zu tun, das sie ungenügend funktionieren würden, sondern mit der sehr starken Verbreitung der erstgenannten drei Methoden, die in diesem Bereich quasi die Platzhirsche sind.
Brainwriting

Besser als Brainstorming: Brainwriting

Das Brainwriting, angelehnt an das Brainstorming, ist eine solche Methode. Der große Unterschied besteht jedoch darin, dass beim Brainwriting nicht gesprochen wird. Der Gedankenaustausch erfolgt schriftlich. Zuerst erhalten alle Teilnehmer ein Blatt Papier. Dieses ist in drei Spalten sowie sechs Zeilen unterteilt. Daraus ergeben sich 18 Kästchen. Auf einem im Sitzungsraum befindlichen Flipchart ist die Problemstellung gut sichtbar aufgeführt. Jeder Teilnehmer notiert nun in die drei Kästchen der ersten Zeile jeweils eine Idee. Das Blatt wird danach im Uhrzeigersinn an den Nachbarn weitergereicht. Der Nachbar wiederum soll die Ideen des Vorgängers weiterentwickeln und schreibt seine Gedanken dazu in die darunter liegende Kästchen.

Dieser Vorgang wiederholt sich nun 5-mal, bis alle 18 Kästchen jeden Blattes mit Ideen gefüllt sind. Im Anschluss an diese erste Runde des Brainwriting werden die Blätter eingesammelt, gemischt und wahllos an die Teilnehmer zurückgegeben. Da nun keiner mehr weiß, wer was aufgeschrieben hat, mit Ausnahme der eigenen Ideen, entfällt das subjektive Empfinden, das gegenüber Personen bestehen kann. Mitunter werden Ideen mit der jeweiligen Person und deren Charakteristik verbunden und erhalten so eine unangebrachte Wertung.

Im zweiten Teil des Brainwriting werden die Ergebnisse diskutiert und die besten Ideen herausgefiltert.

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Die hohe Effizienz des Brainwriting

In nur wenigen anderen Kreativitätstechniken entstehen in so kurzer Zeit so viele neue Ideen. Bei angenommenen 6 Teilnehmern sind es 18 Basisideen sowie 90 Weiterentwicklungen dazu. Außerdem lässt sich Brainwriting auch virtuell gestalten, wobei hier noch ein Vorteil zu nennen ist, der in der analogen Runde nicht verwendbar ist. Wird das Brainwriting über das Internet oder das Intranet durchgeführt, können die notwendigen Eingabefelder so gestaltet werden, dass alle aufgeschriebenen Ideen anonym sichtbar sind. Dadurch werden Doppelnennungen von Ideen vermieden. Das internetbasierte Brainwriting erlaubt zudem die Teilnahme von jedem Ort der Welt aus und unter Umständen ohne zeitliche Beschränkung. Auf diese Weise entsteht ein sich beständig weiter entwickelnder Ideen-Pool in sehr kurzer Zeit.
Brainwriting - kreative Denktechniken

Ideen: Sammeln, sammeln, sammeln!

Welche der Kreativitätsmethoden nun auch immer angewandt wird, das Wichtigste ist, dass in der ersten Phase möglichst viele Ideen gesammelt werden. Wie sagte einmal der Nobelpreisträger für Chemie, Linus Pauling: „Die beste Methode, eine gute Idee zu bekommen, ist, viele Ideen zu haben!»

Bildmaterial: Denkmotor GmbH