Was sind passive Investmentfonds?

Passive Investmentfonds handeln nicht hektisch irgendwelche Wertpapiere hin und her und erfüllen auch nicht das Sprichwort, dass an der Börse vorherrscht "Hin und her macht Taschen leer!". Der Fondsmanager eines passiven Investmentfonds verlässt sich nicht auf irgendwelche angeblichen Analysen, Prognosen oder Versprechungen. Er investiert einfach in den Gesamtmarkt oder auch in verschiedene Indizes. Er bewertet nicht, ob Google besser oder schlechter ist als irgendein Konkurrent. Der Manager investiert in den gesamten Markt. Damit kauft er sich die Rendite des Marktes ein, sowohl die guten als auch die schlechten Titel. Mit einer Wahrscheinlichkeit von ca. 95% erwirtschaftet der passive Investmentfonds deutlich mehr Rendite als die aktiven Fonds. Damit wäre der aktive Manager schlechter als der Markt und wird in der Regel dafür bezahlt, dass er eine höhere Rendite erwirtschafte als der Markt.

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Wo ist der Unterschied zwischen aktiven und passiven Investmentfonds?

In der Regel kann ein Investmentfondsmanager 60 - 80 Wertpapiere in einem aktiven Fonds handeln, ohne den Überblick zu verlieren! In passiven Investmentfonds sind teilweise bis zu 8.000 Wertpapiere enthalten. Durch die Anzahl der Wertpapiere steigt die Unabhängigkeit von Ereignissen, die nicht den ganzen Markt betreffen sondern nur einzelne Branchen oder Unternehmen. Dies nennt man auch Risikostreuung. Ein aktuelles Negativ-Beispiel ist beispielsweise Volkswagen . Bei einer optimalen Risikostreuung oder wie Fachleute sagen würden, Diversifikation, wäre der Verlust der Volkswagen Aktie fast untergegangen wäre da nicht der Presserummel gewesen.

Unterscheidungsmerkmale: Sicherheit, Liquidität und Rendite

Beide Arten von Fonds haben ihre gesetzliche Grundlage im Kapitalanlagegesetzbuch. Hier gibt es keine Unterscheidungen - selbst wenn der passive Investmentfonds im Mantel eines ETF (exchange traded fund) gehandelt wird. Somit gibt es quasi keine abweichenden Merkmale bezüglich der Sicherheit oder der Liquidität. Auch der ETF hält das Kapital der Anleger im Sondervermögen und ist somit geschützt wie bei einem aktiven Fonds (Sicherheit). Durch die steigende Beliebtheit der ETF´s in den letzten Jahren, sind die Märkte immer liquider geworden. Auch hier ist kein einschneidender Nachteil zu erkennen.

Wie viel kosten aktive Investmentfonds?

Die Gesamtkosten (TER = Total Expense Ratio) sollten eigentlich eine Kennzahl sein, mit der man die absoluten Kosten ermitteln kann. Allerdings sind die Transaktionskosten, also die Kosten für "Hin und her macht Taschen leer!" nicht beinhaltet. Die TER liegt in der Regel zwischen 0,75% und 2,00% p.a. zusätzlich kommen die Transaktionskosten in Höhe von 0,5% bis 1,5% p.a. hinzu. Somit ergibt sich eine tatsächliche Gesamtkostenquote von durchschnittlich 3,00% p.a.! Damit verbunden ist also, dass Du mindestens 3,00% Wertentwicklung zuzüglich Inflation an Wertentwicklung erreichen musst, um überhaupt eine Null-Rendite zu erwirtschaften.

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Wie viel kosten passive Investmentfonds?

Für passive Investmentfonds solltest Du nicht mehr als 0,6% p.a. inklusive Transaktionskosten zahlen. Viele passive Indexfonds sind gar nicht mehr so passiv wie sie vorgeben. An den Kosten solltest du das aber erkennen können.

 Wer kauft überhaupt passive Investmentfonds?

Angefangen hat alles mit den institutionellen Anlegern. Diese waren nicht bereit hohe Kosten für eine fragwürdige Leistung zu tragen bei der kein Mehrwert entsteht. Damit kam auch die Liquidität an den Markt und die passiven Investmentfonds wurden damit "handelbar". Mittlerweile investieren auch immer mehr Privatanleger in passive Investmentfonds. Der Trend steigt langsam aber stetig. Bei Banken oder auch bei den gängigen Finanzdienstleistern, findest Du passive Investmentfonds oder ETF selten in der Empfehlungsliste. Bei aktiv gemanagten Fonds, verdient die Branche und der Berater oder das Institut einfach mehr. Auf Kosten der Kunden! Also, Augen auf beim Fondskauf!

Meine Erfahrungen

Ich persönlich kaufe unterschiedliche Indexfonds wobei ich den TEC Dax und den MSCI World einfach nur als Beimischung sehe. Achtung: Es handelt sich hier um keine Anlageempfehlung oder Beratung! Ich gebe lediglich meine persönlichen Erfahrungen wieder und welche Investments ich tätige. Core Investment mit extrem breiter Streuung: Hier geht es zur onvista Seite! Weltweit in den MSCI um an der Globalisierung zu partizipieren: ishares MSCI TEC DAX mit recht netter Performance - nur Beimischung: Hier bei onvista anschauen! Beide ETF sind voll replizierend (bilden den Index 1:1 ab) und sind aus dem Hause Blackrock. Dimensional Fonds können nur bei speziell geschulten Beratern erworben werden, die eine Zusatzausbildung erworben haben. Passive Investmentfonds mit institutionellem Hintergrund mit einer sehr schmalen Kostenstruktur sind meist nicht am Markt frei erhältlich sondern einer bestimmten Klientel vorenthalten. Der Buy and Hold Ansatz steht hier im Vordergrund. Hektische Käufe und Verkäufe sollen vermieden werden um die Kosten gering zu halten. Im Interesse der Anleger, der Berater und der Investmentgesellschaft. Henning Grothkop ist unabhängiger Finanzberater auf Honorarbasis in Darmstadt und berät vermögende Kunden in Darmstadt. Die Honorarberatung ermöglicht Kunden eine faire, unabhängige und transparente Beratung. Lese auch den Beitrag Regression zur Mitte!