Wofür arbeite ich eigentlich im Leben?

Ich möchte, dass Du einen Moment innehältst und dir folgende Frage stellst: Wofür arbeite ich eigentlich in meinem Leben? Wofür arbeitet Dein Mann? Oberflächlich gesehen scheint die Antwort vielleicht ganz einfach. Weil ich muss. Um unsere Familie zu ernähren. Damit wir unser Haus ab bezahlen und unseren Kindern ein schönes Zuhause bieten können. Ich bin gespannt, ob ihr auch noch auf andere Ideen kommt? Für mich jedenfalls hat sich der Grund in den letzten 21 Monaten gehörig verschoben und ich sehe vieles mit neuen Augen.

Wie ein Kind alles verändern kann

Ich selbst habe über diese Frage, ob Arbeit wirklich so wichtig ist im Leben, lange nicht wirklich nachgedacht. Für mich war es so normal, so erstrebenswert, so selbstverständlich, einen festen, gut bezahlten Job zu haben, in dem ich mich verwirklichen kann. So habe ich nach meinem Studium mit vollem Elan angefangen, in einer Position mit Personalverantwortung und Außendienst zu arbeiten, natürlich zu sehr guten Konditionen. Mein Mann strebte ebenfalls sehr erfolgreich eine Karriere im Online Marketing an, mittlerweile ist er Abteilungsleiter und Großverdiener. Dann kam unser Sohn. Schon in der Schwangerschaft bemerkte ich, dass sich viele meiner Ansichten veränderten. Ich setzte andere Prioritäten, dachte anders über unsere Zukunft. Als er dann geboren war und meine Elternzeit begann, verschwendete ich keinen Gedanken mehr an meine Karriere. Ich konnte mir nicht vorstellen, 9-10 Stunden jeden Tag von ihm getrennt zu sein. Und noch etwas wurde mir klar: Wir brauchen nicht viel Geld. Weder mein Mann noch ich müssen Karriere machen, um unserem Sohn „etwas bieten zu können“. Denn ein großes Haus, viel Spielzeug und teure Kleidung sind dem Knirps wirklich pupsegal. Alles, was er zum Glücklich Sein braucht, ist seine Familie. In den ersten Lebensmonaten war das überwiegend ich, danach auch der Papa und mit seinen 20 Monaten fragt er jetzt auch mehrmals täglich nach Oma und Opa. Er führt einen lauten Freudentanz auf, wenn sein Onkel zu uns kommt und ist der artigste Junge der Welt, wenn dieser mit ihm auf den Spielplatz geht. Das macht ihn glücklich. Natürlich spielt er mit Spielzeug. Aber genauso gern spielt er mit leeren Kartons, Besteck oder einer Decke.

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Was macht mich wirklich glücklich?

Und so begann auch ich mir langsam die Frage zu stellen, ob dasselbe nicht auch für uns Erwachsene gilt. Was ist es, das uns wirklich glücklich macht im Leben? Brauchen wir dazu wirklich einen gut bezahlten Job, von dem wir abends kaputt und müde nach Hause kommen? Ich sprach mit meinem Mann darüber, ihm schien es ähnlich zu gehen. Ja, die Arbeit kann Spaß machen und die Erfolgserlebnisse dort geben auch eine gewisse Zufriedenheit. Doch das, was für uns drei momentan wirklich zählt, ist gemeinsame Zeit. Zeit, die wir unbeschwert mit unserer Familie und Freunden verbringen. Zeit, in der wir drei uns noch besser kennen lernen. Zeit, in der wir mit unserem kleinen Sohn die Welt mit neuen Augen entdecken können und wieder diese wunderbaren, faszinierenden Kleinigkeiten sehen können. Denn glaub mir, wenn Du Dir die Zeit nimmst, gibt es so viel da draußen, was wir gar nicht mehr sehen. Wir hetzen von Tür zu Tür, immer unter Zeitdruck, immer in Gedanken. Für mich bedeutet diese Hektik auch eine innere Unruhe und Getriebenheit, die ich selten ganz abschütteln kann. In mir gibt es eine Stimme, die immer möchte, dass ich effektiv bin, die wenige Zeit gut nutze, keine Zeit verschwende. Dabei ist das in meinen Augen das einzig wirklich wertvolle, was wir im Leben besitzen: Zeit.

Also nicht mehr arbeiten?

Versteh mich nicht falsch – ich möchte damit nicht sagen, dass es nicht notwendig ist, dass wir unseren Lebensunterhalt verdienen. Weder ich noch mein Mann möchten irgendjemandem auf der Tasche liegen. Das ist es nicht, was unser Sohn von uns lernen soll. Aber wir werden in den nächsten Monaten und Jahren versuchen, einen Weg zu finden, nur so viel zu arbeiten, wie für uns wirklich nötig ist. Das heißt auf der einen Seite, dass wir uns nur auf die materiellen Dinge konzentrieren, die man zum Leben wirklich braucht. Dazu gehört für uns kein großes Auto oder Haus, keine Markenkleidung oder andere Statussymbole. Wir brauchen ein Dach über dem Kopf, genug zu essen und anzuziehen – und dafür müssen wir natürlich arbeiten.

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Allerdings wollen wir, dass das in Zukunft flexibel ist. Dass wir selbst entscheiden können, wann, wo und wie viel wir arbeiten. Ich bin seit fast einem Jahr selbständig und verdiene Geld im Internet. Mit verschiedenen Texter-Aufträgen, Werbung auf dem Blog oder E-Books. Möglichkeiten gibt es viele in Zeiten, in denen so vieles online abläuft. Noch reicht das nicht zum Leben und mein Mann ist nach wie vor 10 Stunden am Tag und mehr außer Haus. Doch das soll sich bald ändern. In wenigen Monaten läuft sein aktueller Arbeitsvertrag aus. Dann wollen wir unsere Wohnung in Berlin aufgeben und vorübergehend zu meinen Eltern ziehen. Sie haben ein Haus auf dem Land, wo wir im Obergeschoss wohnen können. Alle Familienmitglieder freuen sich riesig auf diese Zeit und den gemeinsamen Sommer. Im nächsten Jahr wollen wir dann zu dritt vorübergehend reisen. Wie lange, das hängt davon ab, wie gut es uns unterwegs geht und ob wir genug Geld im Internet verdienen können. Was danach kommt? Das wissen wir noch nicht. Und momentan ist es uns auch egal. Denn für uns zählt vor allem das Hier und Jetzt mit unserem Kind. Sonnengeflecht