Crowdinvesting – Alternative zu anderen Anlageformen?

Crowdinvesting (dt.: Schwarmfinanzierung) wird in Europa zuerst insbesondere von Start-ups genutzt, die damit das nötige Kapital für ihre ersten Projekte einsammeln wollen. Im Gegenzug erhält die Crowd (das heißt die Masse der Investoren) eine zuvor vertraglich festgelegte Gegenleistung für ihr eingezahltes Kapital – was den größten Unterschied zum Crowdfunding darstellt. Beim „equity-based Crowdfunding“ erhalten Investoren meist einen festgelegten Zinssatz auf das eingezahlte Kapital, während bei anderen Formen der Schwarmfinanzierung Kapitalgeber beispielsweise einen Prototyp oder Nutzungsrechte erhalten.

Wie funktioniert Crowdinvesting genau?

Eine signifikante Bedeutung kommt beim Crowdinvesting speziellen Online-Plattformen zu. Exporo stellt auf der eigenen Webseite Projektentwickler und Bauträger vor, deren Finanzierung noch nicht vollständig geregelt ist. So werden die meisten Projekte zu einem großen Teil von Großinvestoren, Banken oder aus Eigenkapital finanziert, die fehlende Summe soll jedoch von der Crowd eingesammelt werden.

Crowdinvesting-Plattformen sind ein spezieller Marktplatz, den Interessenten nutzen können, um verschiedene Projekte miteinander zu vergleichen und sich zu entscheiden, in welches sie einsteigen möchten.

Dazu werden auch finanzielle Kenndaten angegeben, etwa zu welchem Prozentsatz das Finanzierungsziel erreicht wurde und wie hoch dieses liegt. Manche Portale geben den verschiedenen Projekten zudem ein Rating, um Kapitalgebern die Entscheidung zu erleichtern.

Grob kann das Ganze in zwei Phasen unterteilt werden: In der ersten Phase akquirieren die Projektentwickler Kapitalgeber und sammeln Kapital von ihnen ein. In der zweiten Phase wird das Projekt dann in die Tat umgesetzt und zu einem vorher festgelegten Zeitpunkt werden die Gläubiger finanziell für ihre Investition entschädigt.

Wie lang die jeweiligen Phasen dauern, kann von Projekt zu Projekt stark variieren. Der Zeitraum reicht von wenigen Monaten bis hin zu einigen Jahren.



 

Für wen ist Crowdinvesting als Geldanlage geeignet?

Je nach Plattform können Investoren bereits mit Beträgen von wenigen hundert Euro in ein Projekt einsteigen, weshalb Crowdinvesting potentiell auch für Kleinstanleger als Anlageform geeignet ist. Insgesamt ist Crowdinvesting mit Blick auf die Sicherheit in der Mitte zwischen sicheren Anlageformen wie Anleihen und Festgeld und spekulativeren Kapitalanlagen wie Aktien und Fonds einzuordnen.

So kann zwar eine hohe Rendite erreicht werden, je nach Marktkenntnis des Investors und der Analyse vor Auswahl des Projekts handelt es sich dabei jedoch um ein – verglichen mit beispielsweise Derivaten – weniger riskantes Investment.

Dennoch besteht auch hier die Möglichkeit eines Totalausfalls, wenn das Projekt wider Erwarten scheitert oder das Unternehmen, in das investiert wird, insolvent geht. Die Empfänger des Investments versuchen etwa im Fall eines Immobilien-Investments durch eine Eintragung in das Grundbuch oder eine Bürgschaft das Risiko der Kapitalgeber zu minimieren, völlig resistent gegen Marktvolatilitäten und Zufall ist die Investition dennoch nie – zudem gibt anders als bei anderen Anlageformen hier keine gesetzlich vorgeschriebene Einlagensicherung.

Wer sich für Crowdinvesting als Anlageform entscheidet, sollte mehrere Voraussetzungen erfüllen:

– genügend Marktkenntnis besitzen, um zukünftige Entwicklungen gut einschätzen zu können. Insbesondere im Fall von Start-Ups, die sich noch nicht fest im Markt positioniert haben oder eine völlig neue Geschäftsidee mit dem Crowdinvesting-Kapital umsetzen wollen, ist eine Einschätzung jedoch schwierig.

– ausreichend Kapital besitzen, das nicht für andere Zwecke genutzt werden soll. Auch die Laufzeit der Investition sollte in diesem Zuge betrachtet werden, da die Auszahlung in manchen Fällen erst nach mehreren Jahren erfolgt. Aufgrund des Risikos des Totalausfalls ist eine Investition zur Vermögens- oder Alterssicherung daher nicht sinnvoll.

– genügend Zeit haben, um verschiedene Projekte miteinander zu vergleichen und von riskanten bzw. Projekten mit einer geringen Rendite absehen, um zu einem späteren Zeitpunkt zu investieren.