Finanzplan: Das Ziel beginnt im Kopf

Ein Finanzplan dient dazu, dass Du Ergebnisse und Empfehlungen einfach und kompakt dargestellt bekommst. Er dient als Erklärung, sollte aber zukünftige Umsetzungen berücksichtigen und den Grad zur Erreichung eines oder mehrerer Deiner Ziele betrachten.

Grundsätzlich kann sich jeder seinen Finanzplan selbst erstellen. Allerdings gehört ein wenig „Handwerkszeug“ dazu. Um Dir einen pragmatischen Überblick zu geben, habe ich für Dich diesen Artikel geschrieben.

Arten eines Finanzplans

Es gibt grundsätzlich zwei verschiedene Arten von Finanzplänen. Einmal die Teilpläne, in denen nur ein Problem aufgegriffen wird und eine Lösung geboten wird oder es gibt den vollumfänglichen Finanzplan. Dieser sollte alle bestehenden, zukünftigen, bekannten und unbekannten Probleme aufgreifen und nach Möglichkeit die gesamten Lösungsansätze aufzeigen.

Du solltest stets berücksichtigen, dass sämtliche angebotenen Hilfestellungen wie Coachings, Trainings durch Finanzgurus, Blogger, Trainer oder Finanzcoaches meistens noch nicht einmal den Umfang eines Teilplans abdecken.

Beispiele für Teilpläne: Altersversorgung, Immobilienerwerb, Vermögensaufbau, Absicherung von Risiken, etc.

Die Aufgabe des Finanzplaners

Dem Finanzplaner bekommt eine besondere Bedeutung bei der Erstellung. Unabhängig davon, ob Du nun jemanden dafür bezahlst oder Dein eigener Finanzplaner bist. Die Grundsätze ordnungsgemäßer Finanzplanung sind einzuhalten und deshalb habe ich diese für Dich hier verlinkt.

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Inhalt und Aufbau eines Finanzplans

Der Inhalt und Aufbau kann je nach Komplexität und Budget sehr unterschiedlich sein. Ein millionenschwerer Unternehmer eines mittelständischen Unternehmens, hat andere Herausforderungen als derjenige, der sein Berufsleben nach dem Studium gerade startet.

Ein Finanzplan braucht nicht gleich am Anfang perfekt zu sein. Vielmehr geht es auch hier erstmal um das Anfangen. Im Laufe der Zeit wird sich einiges ändern und anders kommen als gedacht bzw. geplant.

Die wichtigsten Punkte für eine Finanzplanung, die eigentlich immer Gegenstand des Plans sein sollten, sind:

  • Annahmen für die Finanzplanung
  • Persönliche Lebensplanung und Ziele
  • Soll- / Ist-Analyse
  • Steuerliche Situation
  • Unterschiedliche Szenarien
  • Risiken
  • Berechnungen und Handlungsempfehlungen

Annahmen für die Finanzplanung

In der Einführung, nach dem Inhaltsverzeichnis, gibt es einen Punkt, der sich Annahmen, Grundsätzliches oder ähnlich nennt. Hier listet der Autor Dir sämtliche angenommene Daten und Annahmen auf.

Es fängt bei Fakten wie Geburtsdatum, Familienstand, Beruf, Steuerklasse, Freibeträgen und wichtigen Daten zur Person an. Auch Kinder, Lebensgefährte oder Lebensgefährtin und oder Ehefrau werden hier aufgelistet mit den dazugehörigen Altersunterschieden (wichtig für die Berechnungen der Versorgungsansprüche).

Es gibt aber durchaus ungewisse Annahmen, die aber trotzdem Einfluss auf die weiteren Berechnungen haben. Auch diese Annahmen sollten erklärt werden.

Hier werden die geschätzten Wertentwicklungen der verwendeten Vermögensklassen und die Begründung dargelegt. Wenn Du beispielsweise Immobilien als Anlageklasse verwendest, der Leser über Immobilienbesitz verfügt, solltest Du eine Annahme treffen über die Wertentwicklung. Eine Differenzierung wäre sinnvoll, wenn unterschiedliche Arten von Immobilien existieren oder geplant sind (Gewerbe-, Wohnimmobilien oder Beteiligungen). Die Risiken werden meistens weiter am Ende oder bei den Berechnungen aufgezeigt.

Risiken bei Immobilieninvestments

Du musst nicht alle Anlageklassen aufführen. Für die wichtigen Anlageklassen wie Aktien, Anleihen, Immobilien und Private Equity könnte der Leser dies aber durchaus erwarten.

Entweder als eigenständigen Punkt oder aber als Unterpunkt passt hier auch ein volkswirtschaftlicher Ausblick hinein. Der Blick in die Glaskugel ist hier legitim sollte in seiner Bedeutung aber auch relativiert werden.

Persönliche Lebensplanung und Ziele

Eins der Herzstücke in der Finanzplanung ist die Zielaufnahme und die Beschreibung. Details, Vorstellungen, Lebensgefühle, private Ziele wie auch wirtschaftliche, zukünftig gewünschte Kapitalflüsse also Renten bspw., die Nachfolge oder umgangssprachlich auch Erbfolge im privaten wie betrieblichen Bereich genannt als auch die persönliche Vision werden durch den Ersteller der Finanzplanung erfasst und aufbereitet.

Wenn Du die Finanzplanung für Dich selbst machen möchtest, kannst Du hier auch einen Profi engagieren. Wichtig ist das vollkommene Bild und dieses schriftlich festzuhalten. Das wirkt wie ein Richtungspfeil für die zukünftigen, finanziellen Aktivitäten und Entscheidungen.

Für Mandanten als auch für mich selbst visualisiere ich dieses Bild um gegebenenfalls Widersprüche oder Ungereimtheiten zu erkennen.

Soll- / Ist-Analyse

Die Soll-/ Ist-Analyse soll nicht nur die Differenz zwischen dem Soll-Zustand und dem Ist-Zustand aufzeigen, sondern zusätzlich auch geeignete und ungeeignete Finanzinstrumente sowie Abweichungen aufzeigen.

Beispiel: Viele Anleger wissen nicht wie hoch Ihre Risikobereitschaft ist (nicht die, die der Bauch einem suggeriert, sondern die tatsächliche) und ob die derzeitige Vermögensstruktur überhaupt annähernd darauf ausgerichtet ist. Aber das Risiko beschreibt auch immer die Rendite oder umgekehrt. Deswegen ist die Soll-/ Ist-Analyse auch so wichtig.

Weiterhin sollte dem Leser auch ganz klar gemacht werden, was er denn tun muss um seine Ziele zu erreichen.

Ich habe schon Berufsstarter erlebt, die meinten, mit 200 Euro wäre der Sparprozess für Ihre Ziele dann schon fast abgeschlossen. Andere wiederum haben eine sehr genaue Vorstellung von dem Betrag, den sie sparen müssten.

Einen wirklich guten Zinseszinsrechner kann ich Dir hier empfehlen. Alternativ kannst Du Dir auch einen finanzmathematischen Taschenrechner zulegen. Ich persönlich rechne mit diesem hier.

Steuerliche Situation

Steuern sind ein nicht zu unterschätzender Hebel in der Finanzplanung und deshalb auch als zusätzlicher Punkt zu berücksichtigen.

Wichtig: Bitte niemals Steuern sparen, wenn sich eine Anlage oder Optimierung nur mit einer Steuerreduktion rechnet. Die Investition muss sich immer auch ohne den steuerlichen Effekt rechnen. Viele Anbieter von Steuersparmodellen rechnen die Steuerreduktion bereits ein und vergrößern damit nicht selten einfach nur ihre persönliche Gewinnspanne zu ungunsten des Käufers.

Aber es gibt auch interessante Optimierungsmöglichkeiten, die sich rechnen und höchst interessant sind. Meistens sind diese Investitionen etwas höher und dafür nicht für jeden realisierbar.

Aber auch für Kapitalanleger die gerade starten kann es schon nach einer nicht allzu langen Ansparphase interessante Möglichkeiten geben.

Bei der steuerlichen Situation ist es wichtig, dass der persönliche Steuerberater mit eingebunden wird. Oder spätestens in diesem Moment kann es durchaus sinnvoll sein, sich einen steuerlichen Berater zu suchen.

Unterschiedliche Szenarien

Der Leser sollte unterschiedliche Szenarien aufgezeigt bekommen, weil es nie eine Punktlandung geben wird. Dafür ist es nur eine Planung.

Beispielsweise kann die Situation aufgezeigt werden mit oder ohne den oben genannten Steueroptimierungen. Dann kannst Du nämlich selbst entscheiden, ob es für Dich persönlich sinnvoll sein kann oder ob Du vielleicht lieber auf ein paar Vorteile verzichtest und dafür lieber flexibel bleibst.

Ebenso bietet es sich an eine Renditebetrachtung nicht nur für ein Szenario zu erstellen, sondern mit einer 1% höheren und niedrigeren Rendite. Hier könnten die höchsten und niedrigsten 10-Jahresrenditen sinnvoll sein.

Risiken

Hast Du dir die Risiken eines Wertpapierprospektes in der letzten Zeit mal durchgelesen? Egal welche, ob ETF oder Fonds. Es sind mindestens 16 verschiedene Risiken aufgeführt. Totalausfall, Währungsverluste oder steuerliche Risiken und viele, viele mehr.

Alle diese Risiken sind vorhanden, weil diese Finanzinstrumente auch häufig in der Umsetzung empfohlen werden und es sollte zumindest kurz das Risiko erklärt werden. Wenn Immobilien eine Rolle spielen, diese bitte auch berücksichtigen.

Einen Artikel über Risiken von Immobilieninvestments findest Du hier!

Berechnungen und Handlungsempfehlungen

Die dargestellten Berechnungen sollten selbstverständlich logisch sein aber auch nachvollziehbar. Wobei Du nicht den gesamten Rechenweg aufzeigen musst, sondern nur kurz erläutern wie Du zu Deinen Ergebnissen kommst. Ein kurzer Text reicht in der Regel aus und ein direkter Übergang zu den Empfehlungen ist logisch und sinnvoll.

Wenn Du Deinen eigenen Finanzplan schreibst, solltest Du die Empfehlung trotzdem vollständig ausformulieren. Das hilft Dir Klarheit zu bekommen und gleichzeitig Deine Fokussierung zu erhöhen.

Am Ende sollten die wichtigsten Handlungsempfehlungen übersichtlich dargestellt werden. Nach Möglichkeit sollte auch eine Priorisierung stattfinden. Und nun sind die nächsten Schritte und die Umsetzung nicht mehr weit.

Nachfolgeplanung

Mit der Nachfolgeplanung ist die Ausgestaltung der Erbschaftsplanung gemeint. Diese kann sowohl in privater Form als auch beruflich, betrieblich wichtig sein. Aber wie immer ist das Thema Steuern mit Vorsicht zu genießen. Aus diesem Grunde sollte ein Rechtsanwalt für Steuer- & Erbschaftsrecht und oder der Steuerberater mit in die Besprechung sowie Gestaltung mit einbezogen werden.

Kosten eines Finanzplans

Ein Finanzplan ist nicht günstig.

Die Teilpläne erfordern häufig weniger Aufwand und sind innerhalb weniger Stunden erstellt. Aber auch hier ist wieder die Frage, wie schwierig und komplex ist das Thema.

Teilpläne bekommst Du teilweise ab 199 Euro. Obergrenzen zu finden, stellt sich schwierig da weil es die Abrechnung auf Stundenbasis gibt als auch Pauschalrechnungen oder nach Höhe des Vermögens.

Welches wäre für Dich ein passendes Model?

Ein vollumfassender Finanzplan ist meistens deutlich teurer. Ich habe schon bei 1.399 Euro gestartet, habe aber auch schon Finanzpläne für 8.000 Euro erstellt.

Es kommt immer auf die persönliche Situation an und was gewünscht wird.

Fazit

Dieser Artikel ist einfach zu lang geworden. Ob Du Dir einen Finanzplan selbst erstellen möchtest, für jemanden anders schreiben möchtest oder mal einen in die Hand bekommst, Du weißt jetzt welche Punkte unbedingt berücksichtigt werden sollten.

Wenn Du weitere Anregungen hast, ich etwas vergessen haben sollte oder auch eine Frage hast, schreibe sie in die Kommentare oder schreibe mir eine Email.

Gerne können wir auch telefonieren!

Beste Grüße

Dein Henning