Rendite durch die Vermögensstruktur

Wie hoch ist eigentlich die Rendite durch die Vermögensstruktur? In der Finanzplanung geht man von ungefähr 90 – 95% aus. Meines Erachtens ist das auch eine realistische Größe.

Deine Rendite entsteht in erster Linie durch Deine Vermögensstruktur. Nur 10% der Rendite entsteht durch Timing (der Zeitpunkt der Investition) und der Auswahl der Produkte. Vermögensstruktur meint hier, dass die Kapitalanlage auf den Zeithorizont Deiner Ziele, Deiner Risikomentalität und auch die Zusammensetzung der Anlageklasse optimal abgestimmt sind. Kosten und Effizienz sind selbstredend auch wichtig.

3 Töpfe solltest Du haben

Du solltest Dein Vermögen in mindestens in drei unterschiedliche Zeithorizonte / Laufzeiten aufteilen. Dann hast Du kurzfristig Liquidität, mittelfristig Rendite und langfristig zusätzlich eventuell eine Steuerersparnis (nur wenn das richtige Instrument gewählt wurde) realisieren.

Die Kurzfristige Reserve

Eine kurzfristige Reserve ist sehr zu empfehlen um auf kurzfristige Investitionsmöglichkeiten reagieren zu können, Deinen Bedarf an Liquidität decken zu können und nicht an mittelfristige Kapitalanlagen „ran zu müssen“ (kostet Rendite und Du machst eventuell kurzfristig Verluste).

Weiterhin solltest Du beispielsweise eine größere kurzfristige Anschaffung planen, wie Immobilien, ein Kraftfahrzeug oder ähnliches, das Kapital genau hier parken im kurzfristigen Bereich „.

Kurzfristig meint hier, sofortige Verfügbarkeit. Mindestens jedoch innerhalb einer Woche. Geeignete Instrumente sind hier das Girokonto, das Tagesgeldkonto oder sehr kurzfristige Festgelder.

Du solltest allerdings nicht mehr als notwendig im kurzfristigen Bereich investiert sein, weil Du in der jetzigen Zinssituation eher Verluste machst (entgangene Gewinne = Oppprtunitätsrisiko). Eine Faustformel besagt, dass Du ungefähr 2-3 Nettoeinkommen hier parken kannst, wenn keine größeren Anschaffungen anstehen. Der Zeithorizont für die Anlage beträgt zwischen einem Tag und drei Jahren.

Mittelfristige Anlagen für mehr Rendite

Mittelfristige Anlagen beginnen ab einer Anlagedauer von mindestens drei Jahren bis hin zu zehn Jahren. Diese Form der Kapitalanlage erfolgt meistens auf einem Depot damit hier die Liquidierbarkeit der Anlagen ebenfalls gewährleistet ist.

Erfahrungsgemäß werden Anschaffungen trotz genauer Planung nicht zu einem bestimmten Tag erfolgen. Meist handelt es sich eher um eine Zeitspanne in der das Kapital zur Verfügung stehen sollte (Beispiel: fünf bis sechs Jahre anstatt einem konkreten Datum).

Geeignete Anlagevehikel für Dich sind hier Anleihen und Aktien. Viele Experten raten auch zu alternativen Anlagen wie Whiskey, Oldtimer, Rohstoffe und ähnlichen. Über eine mittelfristige Anlagedauer, weiß jedoch niemand, ob genau diese Märkte zu diesem Zeitpunkt liquide sind.

Konjunktur, Geldmarktpolitik, Trends und viele andere Faktoren können die Märkte in diesen Anlagen beeinflussen. Aus diesem Grunde empfehle ich Dir die alternativen Kapitalanlagen eher dem langfristigen Bereich zuzuordnen. Im Gegensatz hierzu waren Anleihen und Aktien in der Vergangenheit jederzeit liquide sowie veräußerbar zumindest bei einer breit diversifizierten Anlagestrategie.

Langfristige Anlagestrategien für Deinen Anlageerfolg

Bei Deiner langfristigen Anlagestrategie wird eine sinnvolle Allokation (Struktur) aus Aktien, Anleihen, Immobilien und alternativen Anlagen bestehen. Weil Du langfristig die höchste Sicherheit nur durch die Diversifikation erreichst, ist die Investition in verschiedene Vermögensklassen besonders wichtig.

Deine Aktien und Anleihen sollten im langfristigen Bereich nun auch nicht mehr länger in einem Depot verwaltet werden sondern in einer steueroptimierten Lösung. Hier bieten sich kostengünstige Rentenversicherungen (im Fachjargon Honorar- oder Nettopolicen genannt) an, weil diese nicht abgeltungspflichtig sind sondern am Ende der Laufzeit bei einer Einmalauszahlung mit dem Halbeinkünfteverfahren besteuert werden können. Ob sich dieses für Deine persönliche Situation rechnet, klärst Du bitte mit Deinem Steuerberater.

Bei sogenannten Honorar- / Nettopolicen sind die Kosten um ein vielfaches geringer als bei den üblichen heute bekannten Versicherern. Es werden keine Abschlusskosten erhoben, die Gebühren für die Verwaltung sind deutlich geringer und Du zahlst dem Berater in der Regel ein Honorar für den Abschluss sowie eine laufende Gebühr für die Betreuung. Insgesamt ist dieses Modell für Dich meistens günstiger, Du kannst mehrere tausend Euro an Gebühren sparen und erhältst eine laufende Betreuung durch Deinen Berater.

Immobilien sollten ein weiterer langfristiger Baustein in Deiner Vermögensstruktur sein. Allerdings sollte man sich hier einen Fachmann suchen oder selbst über das entsprechende Wissen verfügen.

Immobilien Investor werden

Wichtig ist, dass man sich seiner Ziele im Immobilienbereich bewusst ist. Ziele könnten sein, den späteren Ruhestand möglichst effektiv aufbessern, Steuern in Vermögen umzuwandeln, eine möglichst hohe Wertsteigerung zu erreichen oder zusätzlichen Cashflow zu generieren. Abhängig vom Ziel, ist die Art der Immobilie, die Du erwerben möchtest.

90% der Rendite durch die Vermögensstruktur

… ergeben sich also dadurch, dass Du bspw. langfristige Investitionen nicht auflösen musst um einen kurzfristigen Engpass zu bedienen. Bei einem Immobilienverkauf bleiben viele bis zum Schluss in Aktien oder Fonds. Schlauer wäre es hingegen diese schrittweise zu verkaufen je näher Du dem Ziel kommst. Damit kannst Du Schwankungen ausgleichen und vor allem verhindern, dass Du bei einem Crash verkaufen musst weil Du das Kapital zu einem bestimmten Zeitpunkt benötigst.

Liebe Grüße

Henning