Volkswirtschaftliche Aufgaben von Banken

Was sind die volkswirtschaftliche Aufgaben von Banken? Gerade heute in Zeiten der Digitalisierung, der Automation oder der Kryptowährungen, geraten Banken zunehmend unter Druck. Die Konzepte haben sich nur teilweise angepasst aber die Bedürfnisse der Kunden haben sich zunehmend geändert. So ist es auch nicht verwunderlich, dass den klassischen Geschäftsbanken die Kunden ausbleiben.

Aber trotzdem nehmen Banken wichtige Aufgaben wahr und sind für unser Alltag notwendig. Häufig werden Banken auch in der Wirtschaftspresse als Finanzintermediär bezeichnet. Damit ist gemeint, dass die Bank eine Vermittlerrolle ähnlich eines Maklers annimmt.

Abwicklung des Zahlungsverkehrs

Der Großteil unseres Zahlungsverkehrs findet bereits elektronisch statt. Früher wurden Sparbücher beispielsweise noch händisch geführt. Die Einführung der Datenverarbeitung hat vieles deutlich erleichtert. Heute gibt es einige große Rechenzentren, in denen die Finanzdienstleister die Daten verarbeiten. Hierbei geht es hauptsächlich um die Sichteinlagen (Girokonten, Tagesgeldkonten und Festgeldkonten) und um die elektronisch geführten Wertpapierdepots.

Bis zu dieser Stelle könnte auch ein großer IT-Konzern die Rechenleistung übernehmen. Nur mit deiner Bargeld-Versorgung könnte es dann schwierig werden. 🙂

Bargeld-Versorgung

Zugegeben, wir sind noch im analogen Deutschland und nicht im digitalen Schweden. Die Bargeld-Versorgung ist bei uns noch eine zentrale Aufgabe der Banken. Laut Bloomberg nutzen nur noch 25 Prozent der Schweden einmal oder mehrmals in der Woche überhaupt Bargeld. In Deutschland dagegen wurden 2017 74% der Einkäufe mit Bargeld bezahlt. Das ist doch ein krasser Unterschied!

Die Bargeldversorgung auch mit Automaten ist noch recht aufwendig. Die Automaten müssen gewartet werden, sind an Feiertagen mal leer und müssen aufgefüllt werden. Gleichzeitig sind auch viele Arbeitskräfte eingespart worden und in anderen Geschäftsbereichen der Banken tätig.

Fristentransformation

Neben der Bargeld-Versorgung ist eine wichtige volkswirtschaftliche Aufgabe der Bank, unterschiedliche Fristen auszugleichen und umzuwandeln. Wir nennen das Fristentransformation. Mit Fristen ist der Zeithorizont gemeint. Beispielsweise leihst Du der Bank kurzfristig Dein Kapital wenn Du es auf einem Tagesgeldkonto parkst. Dein Nachbar überzieht regelmässig und langfristig seinen Dispositionskredit. Das ist Fristentransformation.

Transformation von Zinsbindungsfristen

Durch Einlagen und von der EZB zur Verfügung gestelltes Kapital werden langfristige Kredite finanziert. Sowohl für Unternehmen aber auch für Privatpersonen. Dadurch entsteht ein Zinsänderungsrisiko. Sollten die kurzfristigen Zinsen steigen, trägt die Bank dieses Risiko.

Gleichzeitig kannst Du als Anleger nicht sofort über Dein gesamtes Kapital verfügen wenn es auf Sparkonten, Festgeldkonten (Sichteinlagen) oder ähnliches angelegt ist.

Transformation von Kapitalbindungsfristen

Genau der Effekt, dass Du nicht über Dein gesamtes Kapital verfügen kannst, ist die Transformation der Kapitalbindungsfrist. Hieraus entsteht das Liquiditätsrisiko. Fällige Zahlungen können nicht bedient werden oder nur mit erhöhtem Refinanzierungsaufwand.

Gebräuchliche Aufgaben von Banken

Die Fristentransformation ist nur eine von 3 Aufgaben, die Banken in unser Volkswirtschaft erfüllen. Die meisten Menschen sehen nur die gebräuchlichen Aufgaben der Banken.

  • Entgegennahme verzinslicher Einlagen
  • Vergabe von Darlehen und Krediten
  • Abwicklung des Wertpapier- und Emissionsgeschäftes

Zusätzlich gibt es aber auch noch die Losgrößentransformation.

Lösgrößentransformation

Unter Losgrößentransformation kannst Du die Umwandlung unterschiedlich hoher Geldbeträge verstehen. Beispielsweise weicht die Höhe der Geldbeträge immer ab. Person A braucht mehr oder weniger als Person B.

Genau wie bei den Fristen treten unterschiedliche Losgrößen (Menge eines Produktes) auf. Aufgabe der Bank ist es nun die Losgrößen zusammen zu bringen und das Risiko zu tragen.

Risikotransformation

Jeder hat eine unterschiedliche Wahrnehmung von Risiken. Der ein oder andere nimmt ein höheres Risiko in Kauf und der andere scheut jegliches Risiko. Das kann sich auf Kapitalanlagen beziehen aber auch beispielsweise auf Darlehen und Kredite. Auch hier gibt es unterschiedliche Garantien für die Zinsbindungen.

Fazit

Die Fristentransformation und die Bargeldversorgung stellen immer noch wichtige Aufgaben in unser Gesellschaft dar. Die Losgrößentransformation und die Risikotransformation ist meiner Meinung nach ein Nebeneffekt, der entstanden ist aus dem gewöhnlichen Geschäftsbetrieb einer Bank.

Sollte die Dezentralisierung durch Kryptowährungen weitergehen, das Bargeld zukünftig an Bedeutung verlieren und die Fin-Tech Unternehmen weiterhin die Wachstumsgeschwindigkeit halten, kann es durchaus sein, dass herkömmliche Filialbanken nicht mehr so häufig im Stadtbild zu finden sind. Auch die Bankenwelt wird durch die Digitalisierung reformiert werden und sich verändern müssen. Seien wir gespannt auf die Veränderungen, die anstehen!

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Viele Grüße

Dein Henning